Innovationsstrategie für die Schweiz

8. April 2015 7 By blogstone

Nicola Forster vom Thinktank foraus hat in der Handelszeitung einen spannenden Artikel zum Thema “Innovationsstrategie – Schweizer Alpen statt Silicon Valley” geschrieben. Ich unterstütze seine Aussage “Falsch konzipierte Techno- und Innovationsparks sind reine Nerd-Ghettos” voll und ganz. Wer will schon nach Dübendorf raus in den neuen Swiss Innovation Park, wenn niemand da ist?

Google erweitert seine Präsenz in Zürich mit der Europaallee und nicht mit einem Standort in der Provinz. Startups brauchen den Zugang zum Ökosystem. Darum funktioniert das Silicon Valley so gut, weil einfach alle am gleichen Ort sind: Startups, Venture Capital Investoren, Universitäten und schlussendlich auch Arbeitskräfte. Ein weiteres Beispiel ist Level39, ein Fintech Accelerator in London. Die haben sich nicht irgendwo ein Büro gesucht, sondern bewusst die Canary Wharf ausgewählt, weil da auch alle Banken sind. Die UBS hat letzte Woche bekannt gegeben, dass sie im Level39 ein Innovationslabor einrichten wird.

Das können wir in der Schweiz auch erreichen. Denn die Schweiz behauptete sich 2014 wiederum als innovativstes Land der Welt, zum vierten Mal in Folge. Mit der ETH in Zürich und der EPF in Lausanne haben wir zwei führende technische Hochschulen. Wir müssen das Potential nutzen und nicht weiterhin versuchen Zürich gegen Lausanne auszuspielen. Lausanne hat Zürich bei der Summe der Venture Investments schon längst überholt (200 vs 129 Mio CHF) wie der Venture Capital Report 2014 offenbarte. Alle zusammen müssen wir die Schweiz als Standort für innovative Startups international positionieren. Auch Berlin war nicht von heute auf morgen attraktiv für US Investoren, mittlerweile haben die Berlin aber auf dem Radar.

In der Schweiz haben wir gute Voraussetzungen für Hightech-Startups wie die kürzlichen Akquisitionen von Composyt und Lemoptix durch Intel zeigen. Und nein, wir werden nicht das nächste Silicon Valley sein, denn das ist einzigartig und hat sich über die Jahre so entwickelt. Es wird kein zweites Silicon Valley auf der Welt mehr geben – aus, fertig, keine Diskussion. Aber wir können uns mit innovativen  Startups in ausgewählten Clustern entsprechend positionieren um ein attraktives Umfeld für Startups zu schaffen. Wenn wir verhindern können, dass erfolgreiche Startups wie Housetrip oder GetYourGuide ins Ausland abwandern, dann haben wir es geschafft!

Los gehts!